Dauerproblem Wolf und das grosse Warten auf Bern

Die zahlreichen Wolfsrisse bestürzen, obschon die aktuelle Situation vorauszusehen war. Unsere Fraktion hat deshalb schon im vergangenen September ein Postulat eingereicht, das eine proaktive Planung des Alpsommers 2022 forderte. Neben einem strukturierten Massnahmenplan verlangten wir eine koordinierte Absprache der involvierten Departemente und mehr Wertschätzung unserer Berglandwirtschaft gegenüber. Dazu gehört massgeblich eine aktive Kommunikation. Da eine rasche und transparente Informierung der Öffentlichkeit und der Tierhalter nach wie vor fehlt, schwindet das Vertrauen in die zuständigen Instanzen mehr und mehr.

Während die Auflagen zu Herdenschutz und Zonierungen sich stets mehren, gestattet die Rechtslage bei Abschüssen einen minimalistischen Handlungsspielraum. Mit einem weiteren Postulat verlangte unsere Fraktion deshalb, dass eine Anpassung der eidgenössischen Jagdverordnung hinsichtlich präventiver Regulierungen und sofortiger Abschussbewilligungen auf nicht schützbaren Alpen erwirkt wird. Nun haben die Bundesparlamentarier in der Zwischenzeit eine Initiative zur neuerlichen Revision des Gesetzeswerks gutgeheissen, doch mahlen diese Mühlen gemächlich.

Als Präsident der Regierungskonferenz der Bergkantone forderte Roberto Schmidt unlängst nachdrücklich eine Flexibilisierung im Umgang mit dem Wolf. Die CSPO wird sich weiterhin für die Berglandwirtschaft einsetzen, bis konkrete Resultate greifbar werden, denn die bis anhin erreichten Schritte waren nur ein Tropfen auf den feurig heissen Stein.