Es gibt keine Verfassung ohne Kompromisse

Seit Beginn der Arbeiten im Verfassungsrat macht sich die CSPO für eine ausreichende politische Vertretung des Oberwallis in den politischen Behörden stark. So auch beim Ständerat, der in unserem föderalistischen Land eine der gewichtigsten Behörden ist. Egal wie gross ein Kanton ist, jeder Kanton hat das Recht auf zwei Personen im Ständerat. In Halbkantonen sind es pro Halbkanton je ein Ständerat oder eine Ständerätin. Appenzell-Ausserrhoden zum Beispiel mit fast 60 Tausend Einwohnern und Appenzell-Innerhoden mit rund viermal weniger Einwohnern haben beide das Anrecht auf je einen Ständeratssitz. Und so sollte es auch bei uns im Wallis sein. Und dies ohne dass wir von Halbkantonen sprechen müssen. Mit den beiden Sprachregionen ist unser Kanton geradezu prädestiniert für je einen Ständeratssitz für das Oberwallis und das Unterwallis. Die CSPO ist überzeugt, dass das Wallis in Bern so mehr Durchschlagskraft hat. Dieser Aspekt ist für uns sehr wichtig bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung, weshalb wir die Ablehnung des entsprechenden Antrags sehr bedauern. Otto von Bismarck, der bekannte preussische Staatsmann und Erfinder des modernen Sozialstaates, hat gesagt: «Es gibt keine Verfassung ohne Kompromisse!» In der Oktobersession war die Mehrheit des Verfassungsrats nicht bereit zu diesem Kompromiss. Es gilt nun, sich bei den weiteren Arbeiten und in der 2. Lesung weiterhin für das Oberwallis einzusetzen.