Solare Irritiationen

Die Photovoltaikprojekte Gondo Solar und Grengiols Solar sind zwar durch private Initiativen zustande gekommen, wurden aber vom Kanton von Anfang an unterstützt, indem sich die involvierten Departemente strukturiert und durchdacht für die mit den Vorhaben verbundenen Aufgaben wappneten. Unlängst haben die Staatsräte Ruppen und Schmidt eine Task Force einberufen, welche die im Zuge der Verabschiedung des Bundesgesetzes über dringliche Massnahmen in der Stromversorgung Vorschläge für die Beschleunigung der kantonalen Verfahren ausarbeiten wird.

Dass ein erleichterter Bewilligungsprozess, sei es nun in Bern oder in Sitten, aber noch längst keinen Winterstrom ins Netz speist, dürfte, nachdem die eidgenössischen Räte die Maximalforderungen in Schranken wiesen, mittlerweile auch den emsigsten Propheten historischer Zeitenwenden eingeleuchtet sein. Im Saflischtal lassen offene Fragen zu Landwirtschaft, Klima und Geologie aufhorchen, zumal im Fall des Grengjer Mammutprojekts eine Machbarkeitsstudie gerade erst in Aussicht gestellt wurde. Ohnehin tut eine realistische, Voraussetzungen, Herausforderungen und Gefahren klug abwägende Solarpolitik jenseits populistischen Wahlkampfgeplänkels not.

Ob vermittelnder Interventionen unseres Energieministers beim Bund, der eingeschlagenen interdepartementalen Stossrichtung im Kanton und der Tatsache, dass Richtplanverfahren seit jeher in die Kompetenz des DMRU fallen, löst die absurde Schlagzeile, dass Roberto Schmidt das Freiflächendossier als heisse Kartoffel abgeschoben habe, irritiertes Kopfschütteln aus. Vom Abtreten des Geschäfts spricht indes nur, wer entweder die Regeln des solaren Ballspiels trotz glasklar definierter Prozesse immer noch nicht begriffen hat oder schlichtweg eine andersgelagerte politische Arena zu bespielen trachtet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt