Unsere Sozialwerke auf dem Prüfstand

Die bevorstehende AHV-Revision hat die CSPO unter der Moderation von Vizepräsidentin Danica Zurbriggen Lehner zum Anlass genommen, sich vertieft mit der 1. und 2. Säule unserer Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Vor einem interessierten Publikum blickte Alt-Ständerat René Imoberdorf im Haus der Generationen in Steg auf die Entstehungsgeschichte zurück: der Verfassungsartikel für die Einrichtung der AHV von 1925 wurde erst 1948 umgesetzt und die berufliche Vorsorge ist seit 1985 für Arbeitnehmende obligatorisch. Treuhänderin Julia Blöchlinger verstand es, kurz und prägnant die Rahmenbedingungen und Leistungen unserer Vorsorgewerke AHV und BV zu erläutern. Versicherungs- und Vorsorgeberater Angelo Martig zeigte die Eckpunkte der Vorlage für die AHV-Reform 21 auf: Rentensicherung bis 2030, Flexibilisierung des Eintritts ins Rentenalter, Erhöhung des MWST-Satzes um 0.4% sowie Angleichung des Rentenalters der Frauen auf das Referenzalter 65 in Etappen. Die Fachfrauen Karin Pece-Ruppen und Ida Häfliger-Berchtold erläuterten den in schöner Zahl anwesenden Gelben die Ergänzungsleistungen, die Hilflosenentschädigung und die Betreuungsgutschriften, welche vorab die Frauen betreffen.

Die angeregte Diskussion zeigte klar auf, dass die zur Abstimmung gelangende AHV-Reform wohl einen möglichen Weg darstellt, aber die Problematik nur ansatzweise und einseitig löst. Für die sich seit 1948 markant erhöhte Lebenserwartung sowie die während dieser Zeitspanne halbierte Geburtenrate genügt eine Mini-Reform nicht. Um wirkliche Gleichberechtigung herzustellen und die sozial schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft nicht weiter abzuhängen, braucht es die Revision der beruflichen Vorsorge im obligatorischen Bereich: Aufhebung der Eintrittsschwelle von CHF 21’510.-, Vereinheitlichung der Sparbeiträge für alle Altersstufen, Aufhebung des Koordinationsabzuges von CHF 25’095.- und Berücksichtigung des jeweiligen Stellenpensums. Ein wichtiges Puzzle unseres Generationenvertrages steht auf dem Spiel und verlangt eine Lösung auf der Basis christlich-sozialer Grundwerte.

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