Mit Mut und Entscheidungsfreude!

Am vergangenen Wochenende hat das Walliser Stimmvolk entschieden, dass Institutionen und Einrichtungen in unserem Kanton die begleitete Sterbehilfe unter ihren Dächern nicht mehr verbieten dürfen. Die Frage bestand nicht darin, ob Beihilfe zum Suizid erlaubt oder verboten sein soll. Vielmehr ging es einzig und allein darum, ob diese in Altersheimen und Spitälern zugelassen werden muss. Eine deutliche Mehrheit der Walliserinnen und Walliser ist der Ansicht, dass dies möglich sein soll.

Dieser Entscheid ist ein klares Signal zu werten, dass die Freiheit des einzelnen Menschen höher zu gewichten ist als die gesellschaftspolitische Einstellung der Entscheidungsträger von Institutionen. Ganz in diesem Sinn ist denn auch die Stimmfreigabe der CSPO im Vorfeld der kantonalen Abstimmung zu deuten. An der Versammlung hielten sich Befürworter und Gegner exakt die Waage. Die von unserer Partei beschlossene Marschrichtung war deshalb nicht politischem Kalkül geschuldet, sondern das Resultat eines basisdemokratischen Abstimmungsprozesses. Unsere Parole ist daher auch nicht ein Ausdruck von Mutlosigkeit oder gar fehlender Entscheidungsfreude, sondern wie der Entscheid am Lebensende selbst eine Gewissensfrage, über die jede einzelne Person individuell befinden muss.

Die CSPO hat anlässlich ihrer Parolenfassungen der jüngeren Vergangenheit ihre gesellschaftspolitischen Weichen bereits mutig gestellt, indem sie sich etwa klar und deutlich zur Ehe für alle bekannte. Der Souverän hat diesen und weitere mutige Entscheide an der Urne mitgetragen. Dass wir bei Abstimmungen den Puls der Walliser Bevölkerung mit einer ungewöhnlich hohen Übereinstimmung von über 80 % spüren, beweist prägnant, dass sich die CSPO dem sozialen Wandel und den Bedürfnissen und Ansprüchen der modernen Lebenswelt nicht verschliesst.